Die Ethikgruppe 9/10 besucht den Garten der Religionen in Karlsruhe
Mit einer Führung durch den Garten der Religionen nahm Frau Kon-Thederan die Schülerinnen und Schüler mit auf eine Reise durch die Vielfalt der Religionen und Weltanschauungen. Bereits vor vielen Jahren wurde sie gefragt, ob sie den Garten der Religionen mitgestalten möchte. Seitdem setzt sie sich dafür ein, den Garten als Ort der Begegnung und des Austauschs zu gestalten. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Wissen über einzelne Religionen zu vermitteln. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Vielfalt, die unser gesellschaftliches Zusammenleben prägt.
Vielfalt ist nicht immer einfach, begegnet uns jedoch jeden Tag. Der Garten der Religionen lädt dazu ein, sich bewusst mit unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Traditionen auseinanderzusetzen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Im Garten werden sieben Religionen vorgestellt, die in Karlsruhe vertreten sind. Die Zahl Sieben wirft jedoch zugleich Fragen auf: Welche Religionen zählen eigentlich zu den sogenannten Weltreligionen? Und was genau versteht man überhaupt unter einer Religion? Der Garten gibt darauf bewusst keine endgültigen Antworten, sondern regt dazu an, diese Begriffe kritisch zu hinterfragen. Einer Schülerin gefiel beim Ausflug besonders, „dass über die Religion bzw. das nicht religiös sein nicht wertend gesprochen wurde“.
Ein besonderes Anliegen des Projekts ist der Dialog – nicht nur zwischen Angehörigen verschiedener Religionen, sondern auch zwischen religiösen und nicht-religiösen Menschen. So entsteht ein Ort, an dem gegenseitiger Respekt und Verständnis wachsen können.
Auch die Gestaltung des Gartens greift diese Idee auf. Die kreisförmige Anlage steht für Einheit in Vielfalt, für Verbindung und Gemeinschaft. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass unterschiedliche Überzeugungen gleichberechtigt nebeneinander bestehen können, ohne dass eine davon bevorzugt wird. Sofia mochte an Frau Kon-Thederans Vorstellung, dass „sie nicht einfach trocken erzählt hat, sondern man hat gemerkt, dass ihr das Thema(Akzeptanz/ Respekt) wirklich am Herzen liegt.“
Zum Abschluss betonte Frau Kon-Thederan, dass Toleranz nicht grenzenlos sei. Sie ende dort, wo die Freiheit eines Menschen die Freiheit eines anderen einschränke. Ein respektvolles Miteinander bedeute deshalb, die Rechte und Freiheiten aller gleichermaßen zu achten.
Von Katharina Heiderich
