Im letzten Halbjahr haben wir, die Jahrgangsstufe 1, uns im Geschichtsunterricht intensiv mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Im Zuge dessen traten wir am 23. Juli 2026 eine wichtige Exkursion an. Für die gesamte Stufe ging es in die Gedenkstätte des Elsässer Stammlagers Natzweiler-Struthof, eines der brutalsten seiner Zeit. Zwischen 1941 und 1944 wurden dort - sowie in weiteren Außenlagern - circa 52.000 Menschen unterschiedlichster Herkunft inhaftiert und misshandelt. Auf Grund der Lage in den Vogesen diente das Lager vor allem der Arbeit im Steinbruch. Im Gegensatz zu den reinen Vernichtungslagern im Osten fand hier eine „Vernichtung durch Arbeit“ statt.
Es war eindrucksvoll, diesen Ort der Grausamkeit mit eigenen Augen zu sehen und nicht nur in Geschichtsbüchern darüber zu lesen. Obwohl von großen Teilen des Lagers nur noch Überreste vorhanden sind, lässt sich die ursprüngliche Größe und Gestalt der Anlage gut erkennen. Während unseres Aufenthaltes erhielten wir mithilfe von Materialien besondere Einblicke in verschiedene Teilbereiche, vom bis heute erhaltenen Krematorium über die Lagerbaracken bis hin zum Arrestbunker. Beim Besuch des Museums erhielten wir einen Einblick in die Individualgeschichten der dort inhaftierten Menschen, wodurch Geschichte für uns wirklich real wurde - jetzt kennen wir nicht mehr nur bloße Zahlen von Opfern, sondern können einzelne Gesichter damit verbinden. Wir wissen nun, wie die Kleidung dort aussah oder welche gewaltvollen Szenen sich dort täglich abspielten, zum Beispiel durch Kohlezeichnungen, die von Häftlingen angefertigt wurden. Unsere Exkursion endete bei der etwas außerhalb gelegenen Gaskammer.
Von dort aus traten wir schließlich wieder den Heimweg an.
Auch wenn unsere Exkursion natürlich nicht in die Kategorie „schöner Klassenausflug“ fiel, war es dennoch lohnend, da es bewegend und wichtig ist, einen solchen Ort zu besuchen und somit die geschichtliche Erinnerung lebendig zu halten.
Sophia Hoffmann, Josefine Lingel, Emma Seiter
