Eine Friedenstaube, die aus einem geöffneten Geschenkpaket aufsteigt, in goldenem Glanz – die Poster, die im Schulhaus zum Gottesdienst am letzten Schultag einluden, machten Lust auf weihnachtliche Idylle. Doch so einfach wie diese aufsteigende Taube kommt der Frieden nicht daher. Der Zuspruch „Frieden auf Erden“ gelangt in unsere unsichere Zeit. Wir haben ihn bitter nötig. Trotzdem kommt er oftungelegen.
Das Anspiel zeigte die vergeblichen Zustellungsversuche eines Paketboten, der den Frieden auf Erden in Paketform auszuliefern versucht. Die Adressaten schrecken zurück: Der Inhalt des Pakets sieht kompliziert aus. Um diesen Frieden „zusammenzubauen“ benötigt man Werkzeug. Das berühmte Gebet des Franz von Assisi zeigte uns, wie wir selbst Werkzeug des Friedens sein können. So gelang der Aufbau des Friedensturms aus Bausteinen, die Botschaften waren. „Du bist ok.“ „Du gehörst zu uns.“ „Was willst du?“ Solche Sätze, in einer Klasse gesprochen, schaffen Friedensräume. Nach den Fürbitten entzündeten Vertreter:innen für jede Klasse unserer Schule eine Kerze am mitgebrachten Friedenslicht aus Betlehem, dessen Flamme dort entzündet und durch Weitergabe bis an unsere Schule gelangt war.
Die Band umrahmte mit einem mitreißenden Mix aus alten Weihnachtsliedern und modernen Songs die besinnliche Feier, die uns zum Nachdenken brachte: Frieden auf Erden ist Arbeit. Und doch gilt: Er ist uns zugesprochen, ganz einfach. Und zwar mit der Auslieferung des zweiten Pakets, das vor 2000 Jahren ohne Adressangaben in Israel ankam. Der Paketzusteller überprüfte verwirrt den Verlauf: Bei der Sendung handelte es sich offenbar um ein Kind.
von Isabel Vietta
