In praktischen Übungen haben Schüler des Remchinger Gymnasiums einen Eindruck davon bekommen, was Feuerwehr, Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk leisten.
Vor dem Gebäude wartet ein mit Gas betriebenes Feuer darauf, gelöscht zu werden. Auf dem Pausenhof probieren die einen die Rolltrage des Roten Kreuzes aus, während die anderen beim Technischen Hilfswerk einen Hochwassersteg bauen. Für die Schüler gibt es überall etwas zu tun, zu erleben und zu entdecken. Der Praxisbezug steht im Mittelpunkt, als mehrere Blaulichtorganisationen am Remchinger Gymnasium einen Einblick in ihre Arbeit geben. „Was man selbst gemacht hat, bleibt besser in Erinnerung“, sagt Lehrerin Andrea Stäudinger-Rädle, die den Aktionstag mit ihrer Kollegin Claudia Wankerl organisiert hat. Sie wollen den Schülern zeigen, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für das Funktionieren der Gesellschaft ist, gerade in Blaulichtorganisationen. Stäudinger-Rädle weiß, dass viele Schüler des Remchinger Gymnasiums bereits in diesem Bereich aktiv sind, einige auch bei den Schulsanitätern, die sich aktuell gut aufgestellt sehen.
Am Aktionstag nehmen 50 Schüler aus den sechsten Klassen teil, aufgeteilt in vier klassenübergreifende Gruppen, die eine Station nach der anderen absolvieren. Um die inhaltliche Einführung kümmern sich aktuelle und ehemalige Schüler, die sich bei der Jugendfeuerwehr engagieren. „Das sind tolle Vorbilder“, sagt Stäudinger-Rädle, die den Eindruck hat, dass die Sechstklässler „voll bei der Sache und sehr motiviert“ sind. Das bestätigt auch Lars Riegsinger vom Technischen Hilfswerk. „Wir sind ganz zufrieden“, sagt der Pforzheimer Ortsjugendbeauftragte, der mit zwei jungen Kollegen vor Ort ist und die Kinder auf die Möglichkeit hinweist, sich in der THW-Jugend zu engagieren. „Wir haben schon einige Flyer verteilt.“ Riegsinger findet es gut, dass das Remchinger Gymnasium an seinem Aktionstag großen Wert auf den Praxisbezug legt. Gerade vor dem Hintergrund, dass das Bevölkerungsschutz eine resiliente, auf Krisen vorbereitete Zivilbevölkerung braucht. „Die Kinder sollen sehen, dass sie etwas beitragen können.“
Beim THW dürfen sie aus Brettern, Pfosten und Seilen einen Hochwassersteg bauen, bei der freiwilligen Feuerwehr selbst einen kleinen, künstlich erzeugten Brand löschen. „Das macht den Kindern viel Spaß“, sagt Roman Roth, der mit seinen Kollegen auch ein großes Löschfahrzeug zeigt. Gemeinsam wollen sie den Kindern deutlich machen, dass es sich lohnt, sich für die Gesellschaft zu engagieren. „Wenn am Ende etwas hängenbleibt, ist es super“, sagt Roth, der sich bereits zum dritten Mal an der Aktion beteiligt: „Wir machen das für die Kinder.“ Ähnliches hört man vom Roten Kreuz in Remchingen. „Das gehört für uns selbstverständlich dazu“ sagt der stellvertretende Ortsvorsitzende Fabian Farr, der mit zwei Kollegen vor ist und den Zwei-Tragen-Wagen aus dem Katastrophenschutz dabeihat. Über Nachwuchs freuen sie sich immer. Einmal pro Woche trifft sich die Jugendgruppe, aktuell mit sechs bis zehn regelmäßigen Teilnehmern. Das Rote Kreuz geht gern an Schulen und an Kindergärten, denn: „Wir erleben da immer eine sehr positive Resonanz.“ – Nico Roller
Fotos (von Nico Roller):
1 Die Lehrer Denis Trageser und Andrea Stäudinger-Rädle probieren mit Lars Riegsinger vom THW (von links), wie man einen Hochwassersteg baut.
2 Auch Lehrerin Claudia Wankerl darf bei der freiwilligen Feuerwehr ein paar künstlich lodernde Flammen löschen.
3 Die Lehrerinnen Andrea Stäudinger-Rädle (Zweite von links) und Claudia Wankerl (rechts) schauen sich den Zwei-Tragen-Wagen des Roten Kreuzes an.
