In den Klassenstufen 8 und 9 fand kürzlich ein Workshop zum Thema Gender und Vielfalt statt. Durchgeführt wurde dieser von den beiden Fachkräften Caleb und Helene des Projekts Queer Space. Begleitet wurden die Workshops von der Schulsozialarbeiterin sowie den jeweiligen Klassenlehrkräften.
Da sexuelle und geschlechtliche Vielfalt zu den Leitprinzipien des Bildungsplans gehört, wurde im Rahmen des Projekts Queer Space der Workshop zum Thema „LSBTIQAP“ entwickelt. Das Angebot richtet sich an die weiterführenden Schulen und schafft Raum für Information, Austausch und gemeinsame Reflexion.
Zu Beginn des dreistündigen Workshops erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Einführung in das Thema sowie eine Erklärung der Buchstaben LSBTIQAP. So wurden zunächst wichtige Begriffe geklärt und eine gemeinsame Grundlage für die weiteren Inhalte geschaffen.
Anschließend beschäftigten sich die Jugendlichen mit einer neuen Aufgabe: „Wer soll dein neuer Nachbar sein?“ Anhand verschiedener Personenbeschreibungen – beispielsweise Fußballer, Student, Schwuler oder Person of Color – trafen sie zunächst spontane Entscheidungen. In der anschließenden Auswertung wurde schnell deutlich, dass solche Merkmale kaum etwas darüber aussagen, wie ein Mensch tatsächlich ist. Die Übung regte dazu an, eigene Vorurteile zu hinterfragen und Menschen nicht vorschnell zu beurteilen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Meinungsäußerung. Gemeinsam wurde erarbeitet, was eine Meinung ausmacht und wie sie so formuliert werden kann, dass unterschiedliche Standpunkte respektvoll geäußert werden, ohne andere Menschen zu verletzen oder herabzuwürdigen.
Zum Abschluss sammelten die Schülerinnen und Schüler Beispiele für Diskriminierung, die sie selbst erlebt oder gelesen hatten. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, welche Formen von Ausgrenzung besonders belastend sind und welche Folgen bereits verbale Beleidigungen oder Anfeindungen haben können. Dabei wurde deutlich, dass ein respektvoller Umgang im Alltag entscheidend dazu beiträgt, Konflikte frühzeitig zu entschärfen und einer Eskalation von Gewalt entgegenzuwirken.
Das überarbeitete Workshop-Konzept bot zahlreiche Gesprächsanlässe und förderte den offenen Austausch innerhalb der Klassen. Auch aus Sicht der Schulsozialarbeiterin war das neue Format eine gelungene Möglichkeit, mit den Schülerinnen und Schülern noch intensiver über Vielfalt, Respekt und den Umgang miteinander ins Gespräch zu kommen.
