Exkursion ins Naturkundemuseum und in die Wilhelma
Die Biologie-Leistungskurse auf Exkursion mit ihren Lehrerinnen Fr. Stäudinger-Rädle und Fr. Bernstein. (Foto: Stäudinger-Rädle)
Wie haben sich Giraffen ihren langen Hals „angearbeitet“, warum sind Wale so perfekt an das Leben im Wasser angepasst und warum hat der unscheinbare Birkenspanner die Industrialisierung überlebt? Genau das konnten wir am 15.01.2025 bei der Exkursion der Biologiekurse der Jahrgangsstufe 11 und 12 erleben. Der Tag führte uns nach Stuttgart ins Naturkundemuseum und in die Wilhelma. Unser Ziel war es, mehr über das Thema Evolution zu lernen.
Start im Naturkundemuseum
Der Tag begann im Naturkundemuseum, wo wir zunächst Zeit hatten, die Ausstellungen eigenständig zu erkunden. Mit einem Fragebogen ausgestattet, sollten wir uns einen Überblick über die beeindruckenden Themen des Museums verschaffen. Besonders faszinierend war es, zu sehen, wie der letzte heimische Wolf in Baden-Württemberg ausgesehen hat und wie der erste Wolf, der nach vielen Jahren wieder eingewandert war, die Rückkehr dieser Art symbolisierte. Ein weiteres Highlight war die Ausstellung Vielfalt des Lebens – die Ordnung des Lebendigen. Hier konnte man die wichtigsten Pflanzen- und Tiergruppen von der Alge bis zum Menschen kennenlernen. Es war spannend zu sehen, wie alles miteinander verbunden ist. In der Ausstellung heimische Lebensräume konnten wir die Tierwelt Süddeutschlands entdecken. Besonders beeindruckend war auch der Meeressaal, in dem wir neben einem riesigen 13 Meter langen Seiwal auch Wale, Walhaie und Weiße Haie anschauen konnten.
Natürlich gab es auch Inhaltliches zu entdecken. (Foto: Stäudinger-Rädle)
Nach der selbstständigen Erkundung folgte der Vortrag zweier Schülerinnen aus unserem Kurs, der und viel Neues über die Evolution lehrte. Der Vortrag behandelte wichtige Mechanismen wie, Mutationen, Rekombinationen, und natürliche Selektion. Es wurde erklärt, wie zufällige Veränderungen im Erbgut und die Weitergabe vorteilhafter Merkmale das Überleben und die Anpassung von Arten ermöglichen. Besonders eindrucksvoll waren die Beispiele wie die Entwicklung des langen Halses der Giraffen, die Anpassung der Birkenspanner an ihre Umgebung während der Industrialisierung und die Bedeutung von fossilen Funden wie dem Archaeopteryx, der als Übergangsfrom zwischen Dinosaurier und Vogel gilt.
Auch die Prozesse der Makroevolution wurde thematisiert, also die Entwicklung über Artenebenen hinweg. Die Schülerinnen erklärten uns adaptive Radiation, bei der sich eine Art schnell in viele Formen aufspaltet am Beispiel des Darwin-Finken, sowie die Auswirkungen von Massensterben, die die Evolution oft in neue Richtungen lenkte. Die Vorträge waren nicht nur sehr informativ, sondern haben uns auch geholfen, die theoretischen Inhalte direkt mit den ausgestellten Exponaten zu verknüpfen.
Weiter zur Wilhelma
Nach der Mittagspause ging es weiter in die Wilhelma, wo wir in kleinen Gruppen die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelterkundeten. Besonders interessant war es, die Giraffen zu beobachten, die durch ihren langen Hals perfekt angepasst sind. Ein Beispiel dafür, wie sich Tiere im laufe der Evolution durch natürliche Selektion entwickeln. Auch die Elefanten zogen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Es war beeindruckend, ihre Größe und ihr Verhalten aus der Nähe zu beobachten. Auch hier konnten wir während der Fütterung sehen, wie sie ihren Rüssel geschickt nutzten, um Futter aufzunehmen, was verdeutlicht, wie auch sie ihren Körper an die Lebensbedingungen anpassen. In den Gewächshäusern der Wilhelma konntet wir den Einfluss der Umwelt an die Pflanzen sehen. Die Kakteen- und Wüstenpflanzen waren besonders sehenswert. Hier konnten wir erkennen, wie Pflanzen durch dicke Außenhäute und Wasserspeichernde Gewebe an trockene Lebensräume angepasst sind. Diese Beobachtungen ergänzten die Inhalte des Naturkundemuseums und zeigten uns, dass Evolution nicht nur Tiere, sondern auch die Pflanzen Welt geprägt hat.
Die Exkursion hat uns gezeigt, wie Evolution im Alltag sichtbar wird. Die Ausstellungen im Naturkundemuseum verdeutlichten die Geschichte des Lebens über Millionen Jahre hinweg, während die lebenden Tiere in der Wilhelma uns die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit heutiger Arten näherbrachten. Wir danken den beiden Schülerinnen, deren Vortrag das Thema gut verständlich und interessant erklärt hat, für die gut organisierten Exkursion.
von Paul Bruckner, J2