Exkursion der J 1 am 24.01.2025 nach Marbach
Noch 220 Jahre nach seinem Tod interessieren sich junge Menschen für Schiller [Foto: K. Heiderich]
Was ist Marbach?
Vor dem Ausflug konnten die meisten sich weder unter Schiller noch unter Marbach etwas vorstellen. Daher war der Trip nach Marbach am Freitag, den 24.01.2025 die perfekte Möglichkeit, einen Einblick zu bekommen.
Marbachs Architektur
Als man das erste Mal Marbach erblickte, erkannte man direkt, dass es sich um die Geburtsstadt von Schiller handelt. Es gab eine Schillerstraße, eine Schiller-Apotheke usw.
Marbach ist ein Ort am Neckar, wo Neues mit Altem kollidiert. Eine wunderschöne Altstadt mit Fachwerkhäusern und Stadttor liegt etwas unterhalb von einem Museumskomplex, der etwas zusammengewürfelt wirkt. Hier steht das Deutsche Literatur-Archiv, ein Gebäude der Nachkriegsarchitektur, das trotz seiner Bedeutung für Deutschland wie ein sehr veraltetes Gebäude mit Bunker-Ästhetik aussieht. Direkt nebenan und über einen Platz verbunden liegt das Literaturmuseum der Moderne (LIMO) und anschließend daran das Schiller-Nationalmuseum. In diesem Museum wird allerdings nicht nur Schiller ausgestellt, sondern auch weitere Autoren des 19. Jahrhundert mit schwäbischen Wurzeln wie Hölderlin und Mörike.
Als man in das LIMO eintrat, kam einem das Gefühl von Freiheit in den Sinn, da es sehr offen gestaltet ist und mit hohen Decken gearbeitet wurde.
Ein Requisit aus der ARD-Serie zum 100. Todesjahr von Kafka [Foto: M. Tinkl]
Die Foltermaschine
Besonders überrascht hat mich die Foltermaschine im LIMO, die in Kafkas Erzählung „In der Strafkolonie“ erwähnt wird. Da ich das Buch gelesen hatte, fand ich es ein schönes Gefühl,ein Bild von der im Buch erwähnten Maschine vor Augen zu bekommen. Aber auch die gesamte Ausstellung über Kafka hat mich sehr angesprochen.
Ein Quiz zu Kafka, Schiller, Mörike und anderen
Mit einem Quiz wurde der Tag aufregend gestartet. Man konnte sogar einen Aal, die sogenannte Schillerlocke, gewinnen.
Wir hatten Bilder von bestimmten Werken und mussten Fragen dazu beantworten. Das war echt witzig, da man die anderen Gruppen austricksen durfte.
Die gesamte Stufe teilte sich in zwei Gruppen auf. Während die eine Gruppe zuerst eine Führung mit anschließendem Workshop absolvierte, den man hätte weglassen können, da man nur bereits behandelte Themen aus dem Unterricht wiederholte, rannte die andere mit Aufgabenblättern durch die Ausstellungen, um das erste Team zu sein, das die Aufgaben absolvierte. Der Workshop war nun mal nichts für Schüler und Schülerinnen, sondern eher etwas für Literaturliebhaber.
Durch das Quiz von Frau Tinkl haben wir in kurzer Zeit viel über die verschiedenen Autoren wie Schiller, Mörike und Kafka sowie über die Zeit um 1900 gelernt. Das Museum war sehr abwechslungsreich und interessant aufgebaut, denn es gab nicht nur Texte der Autoren, sondern auch verschiedenste Gegenstände, die eine besondere Beziehung zu den Schriftstellern hatten.
Der Ausflug nach Marbach zeigte uns einige interessante Ausschnitte aus dem Leben Kafkas, wie zum Beispiel Briefe an Kollegen, Bekannte oder Familienmitglieder. Auch Bücher, die er gelesen hat oder lesen wollte, wurden dort gezeigt, was einen kleinen Einblick gab, wofür sich Kafka zu seinen Lebenszeiten interessiert hat und was seine Lebenseinstellung war.
Was aß Kafka und welchen Sport trieb er? – Das konnte man hier herausfinden [Foto: P. Tinkl]
Der Workshop „Literatur um 1900“
Halb satt und halb motiviert tauschten die beiden großen Gruppen und wir gingen zurück, um uns einem Workshop zu unterziehen.
Dabei konnten wir in Kleingruppe die verschiedensten Autoren und ihre Intentionen selbst erarbeiten, was interessanter war, als die Infos in einem Vortrag zu hören. Es fiel sofort auf, dass vor allem die Menschen, die die Führungen übernahmen, sehr für das Thema Literatur um 1900 brennen.
Die darauffolgende Führung durch das Museum fand ich eher etwas künstlich langezogen und am Ende etwas langweilig.
Die „Umbrüche in der Literatur um 1900“ spiegeln sich auch in Postkarten von Kafka [Foto: P. Tinkl]
Theaterszenen und Gruppenfoto vor dem Schiller-Denkmal
Anschließend wurden von uns vor der Schillerstatue auf der Schillerhöhe Auszüge aus Schillers wichtigsten Theaterstücken szenisch gelesen.
Am meisten Spaß hatte ich beim Vorführen der zuvor eingeteilten Dramenszenen Schillers.
Mit Beinschmerzen und kaum mehr Motivation war ein Gruppenfoto am Schillerdenkmal natürlich Pflicht.
Stadtführung und Schillers Geburtshaus
Während viele schon wieder von Zuhause träumten, jagten Herr und Frau Tinkl sowie Frau Heiderich die ganze Stufe Richtung Schiller-Geburtshaus.
Gerade die geführte Tour in Marbach von einem traditionell gekleideten Mann von damals verstärkte nicht nur unser Wissen über Schiller, sondern auch über die damalige Zeit hinsichtlich historischer und kultureller Informationen. Als wir im Anschluss noch das Haus besucht haben, in dem er geboren und aufgewachsen ist, konnten wir alle Gegenstände aus der damaligen Zeit anschauen. Teilweise waren das Gegenstände, die wir aus heutiger Sicht gar nicht mehr kennen.
Am meisten gefallen hat mir die Führung von der Frau, die sich verkleidet hat, als wäre sie im 18. Jahrhundert. Sie konnte alles, was sie sagen wollte, sehr gut erzählen und dadurch konnte ich voll viel mitnehmen. Es war richtig spannend, in dem Zimmer zu sein, wo Schiller geboren war und zum Beispiel die Kleidung zu sehen, die er wahrscheinlich als Kind getragen hatte. Es war interessant zu lernen, wie die Lebensumstände dort damals waren, wie eraufgewachsen ist und wie sein Weg zum Schriftsteller war.
Auch die Stadtführung fand ich etwas langgezogen, aber es gab schöne Orte, und ich fand es toll, anzusehen, wie viel Liebe und Enthusiasmus die Menschen in Schiller und die Stadt stecken.
„Gewandete“ Führung durch das malerische Marbach [Foto: P. Tinkl]
Fazit
Trotz des langen und anstrengenden Tages haben wir viel gelernt und tolle Einblicke in Schillers Leben bekommen.
Auch wenn sich der Ausflug wirklich gezogen hat und dadurch irgendwann echt anstrengend war, würde ich trotzdem behaupten, dass es für mich persönlich eigentlich ganz interessant war und ich viel dazu gelernt habe.
Besonders hervorzuheben ist die gute Organisation von unserem Lehrerteam.
Außerdem war ich dankbar für den Bäcker, wo wir uns einen Kaffee oder eine Brezel holen konnten. :)
Vielen Dank an den Förderverein unserer Schule, der die Kosten für den Workshop und dieFührung übernahm.
Von Schülerinnen und Schülern der J 1, zusammengestellt von M. Tinkl